Nie aufgegeben - Ein Leben zwischen Bangen und Hoffen

Jiri Kosta

Die hier vorgelegten Erinnerungen stellen ein authentisches Zeitzeugnis ersten Ranges sowie eine unschätzbare historische Quelle dar. Kosta, Kind einer assimilierten Prager jüdischen Familie geboren, blieben Verfolgung und KZ-Haft ebensowenig erspart wie die Enttäuschung über einen verratenen humanistischen, freiheitlichen Kommunismus. Daß Kosta als Überlebender des Holocaust, danach als Opfer des Stalinismus und seiner Beteiligung im Prager Frühling von 1968 vor einer dritten Verfolgung - diesmal als "Revisionist" - das Exil vorzog, lag auf der Hand. Kosta berichtet von dem Prozeß der Desillusionierung angesichts stalinistischer Repression, vom schwierigen Leben und Überleben eines nonkonformistischen Intellektuellen in den Nischen des realen Sozialismus; vom letzten Aufflammen der sozialistischen Hoffnung im Prager Frühling und schließlich von der Emigration in die Bundesrepublik Deutschland.

Jiri Kosta hat wie nur wenig andere Intellektuelle das zwanzigste Jahrhundert, jenes "Zeitalter der Extreme" (Eric Hobsbawm), unter verschiedensten Formen totalitärer Herrschaft durchlebt und bezeugt die Verwüstungen, die eindimensionales ideologisches Denken anrichten. Der Autor, geboren 1921 in Prag, durchlitt und überlebte Jiri Kosta das Ghetto Theresienstadt und das "Außenkommando" im Bergwerk, das Konzentrationslager Auschwitz und das "Außenkommando Gleiwitz" ebenso wie den Todesmarsch, Flucht und Befreiung im Mai 1945. Nach dem Krieg Studium der Volkswirtschaft, Abschluß als Diplom-Volkswirt. Seit einigen Jahren Professor der Ökonomie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Veröffentlichungen von mehr als 400 Titeln zu vorwiegend wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Themen, daneben Arbeiten zu geistes- und kulturpolitischen Sujets sowie autobiographische Skizzen.

 

 

Reihe: 
Philo
Seiten: 
184
Einband: 
Broschur
ISBN: 
978-3-86572-242-3
Preis (Print): 
18,- €