Problem Islam

Carsten Colpe

 

 

Terroranschläge, Kriegshandlungen und Selbstmordattentate bestimmen nicht erst seit dem 11. September das westliche Stereotyp des „Islam“. Die Aktualität, die man bereits vor mehr als einem Jahrzehnt den Schwierigkeiten mit der islamischen Welt - Angst vor einer fremden Kultur und ihren Werten, Befremden über Kopftuch, Unbehagen ob der Verquickung von Religion und Politik – attestierte, ist mit ihren Gegenständen im Prinzip unverändert geblieben. All diese Phänomene auf das Schlagwort vom „islamischen Fundamentalismus“ zurückzuführen, erscheint dabei wenig erhellend.

Carsten Colpes Analysen des Problems Islam suchen nicht nach schnellen Antworten, sondern fragen nach den historischen und theologischen Gründen für die abendländische Angst vor dem Islam, ohne die positive Sicht der islamischen Welt auszublenden. Dabei ist die Beobachtung des Autors interessant, daß man oft genug gerade das Verwandte beim Anderen als das Fremde wahrnimmt.

Beides, Bewußtsein und Fremdheit wie von Verwandtschaft zwischen westlicher und islamischer Welt, kann zur Identitätsfindung beitragen, und zwar nicht nur auf islamischer, sondern auch auf westlicher Seite, wo sich diese Chance gerade in der aktuellen Begegnungssituation erneut als Herausforderung stellt. Was bleibt, ist die Aufgabe, zur islamischen Synthese von Religion und Politik ein angemesseneres Verhältnis zu finden, als es die moderne Variante des Kreuzzugdenkens belegt, die dem Orient in gewaltsamer Weise okzidentale Weltbilder und Wertmaßstäbe aufdrängt.

 

 

Reihe: 
Philo
Seiten: 
202
Einband: 
Broschur
ISBN: 
978-3-86572-279-9
Preis (Print): 
18,- €