Was bleibt, ist große Zuversicht. Erfahrungen eines Unabhängigen. Ein politisches Tagebuch

Walther Leisler Kiep

Walther Leisler Kiep hat zeit seines Lebens ein Tagebuch geführt. Mit der Veröffentlichung von Teilen dieser Tagebücher läßt Kiep den Leser teilnehmen an der spannungsreichen Meinungsbildung in den Spitzengremien von Politik und Wirtschaft. Er scheut sich nicht, die im Banne der Ereignisse geschriebenen Darstellungen von Situationen offen zu legen und die häufig mit großer Spottlust gegebenen Charakterisierungen der Weggefährten zu enthüllen. Kieps Buch gewährt einen Blick hinter die Kulissen, bietet spannende Lektüre und ist zugleich ein historisches Dokument. Die Tagebuchnotizen sind eingebettet in einen Textzusammenhang, in dem Kiep auch über seinen familiären Hintergrund berichtet und darüber, wie wichtig es für ihn war, wirtschaftlich unabhängig zu sein, so daß er nicht auf seine politischen Ämter angewiesen war. Wenn er darlegt, welchen Stellenwert für ihn beispielsweise Stilfragen haben, leben Vorstellungen vom Gentleman-Politiker wieder auf, den viele heute in der Politik vermissen. Der Autor: Walther Leisler Kiep, geb. 1926, arbeitete nach Abitur, Studium und Lehre zunächst als Autoverkäufer, ab 1948 für die Insurance Company of North America, später für das weltweit agierende Versicherungsunternehmen Gradmann & Holler, dessen persönlich haftender Gesellschafter er war. Seit 1965 Bundestagsabgeordneter wurde er 1971 Mitglied des Bundespräsidiums der CDU und übernahm das Amt des Bundesschatzmeisters. Von 1976 bis 1980 war er Finanzminister in Niedersachsen. Von 1980 bis 1982 Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Bürgermeister-Kandidat in Hamburg. Kiep ist Präsident der »European Business School« und Vorsitzender der Atlantik-Brücke. Geprägt durch ein großbürgerliches Elternhaus, aufgewachsen in Hamburg, Istanbul und Kronberg im Taunus, durch eine Karriere in der Versicherungswirtschaft wirtschaftlich unabhängig, saß er für die CDU im deutschen Bundestag, war über 20 Jahre lang deren Schatzmeister und stand als dieser die sog. Parteispendenaffäre durch; er war Mitglied des Präsidiums und Niedersächsischer Finanzminister. Während der Auseinandersetzungen um die Ostpolitik geriet er in Gegensatz zu seiner Partei. 1976 schuf er die Voraussetzungen für die erste CDU/FDP - Koalition seit 1966. Die SPD-Kanzler Schmidt und Schröder nutzten Kieps hervorragende Kontakte zur Türkei. Im Konflikt zwischen General Motors und VW zog er die Fäden, um die sog. López-Affäre beizulegen. Seine intimen Kenntnisse Amerikas stellt er heute in den Dienst der Atlantik-Brücke, deren Präsident er ist; ein Schwerpunkt ist hier die Stiftung »Youth for Understanding«.

Reihe: 
Philo
Einband: 
Broschur
ISBN: 
978-3-86572-140-2
Preis (Print): 
21,50 €