Agneta Willeken. Ein historischer Roman

Andrea Schampier


1535: Es ist eine Zeit politischer Unruhen im Norden Europas. Lübeck ringt um die Vormachtstellung im Ostseehandel. Unsicherheiten im Zuge der Reformation deuten auf das nahe Ende der Hansezeit hin. Die attraktive und ehrgeizige Hamburgerin Agneta Willeken, Witwe und Mutter zweier heranwachsender Töchter, ist die Geliebte des vielfach ausgezeichneten Ritters und Lübecker Kriegshauptmanns Marcus Meyger, kurz Marx genannt. Agnetas Brief an Marx, der eine dänische Festung am Kattegat besetzt hält, gerät in die Hände des Feindes und damit in die Öffentlichkeit. Zahlreiche Kopien und Zitate gelangen in Umlauf, in Hamburg und am dänischen Königshof wird das Schreiben sogar vor versammeltem Volk verlesen. Agnetas Person wird über die Stadtmauern Hamburgs hinaus der Lächerlichkeit preisgegeben. Während einer prunkvoll angelegten Feier 1538 in Hamburg zu Ehren des dänischen Thronfolgers Christian III. werden die beiden Töchter aufgrund des schlechten Rufs ihrer Mutter des Tanzsaals verwiesen: ein Akt, der den gesellschaftlichen Bann bedeutet. Agnetas Hass und der Wunsch nach Vergeltung bestimmen von da an ihr Handeln, und sie bedient sich bei ihren Racheplänen ihrer gefährlichsten Waffe: ihrer Anziehungskraft auf Männer.
Der Roman, der das Lebensbild einer ungewöhnlichen Frau in ihrer Zeit nachzeichnet, begeistert nicht nur durch seine authentische Quellenlage vor dem Hintergrund von Handel und Lebenskultur im frühneuzeitlichen Hamburg, sondern auch durch die Verknüpfung mit den dramatischen Geschehnissen im Nordeuropa der ausgehenden Hansezeit.

 

 

Die Autorin:
Andrea Schampier, geboren 1963, studierte Germanistik und Philosophie in Hamburg. Im Rahmen einer Arbeit über das Mittelniederdeutsche stieß sie auf den Brief der Agneta Willeken aus dem Jahre 1535. Fasziniert vom Schicksal dieser Frau tauchte sie tief in die Quellen ein, verfolgte die Spuren von über 40 Personen, ist die Straßen Hamburgs des 16. Jahrhunderts abgegangen und hat viele Wochen im Hamburger Staatsarchiv verbracht.
Das Ergebnis ist ein ungewöhnlicher und spannender historischer Roman identisch mit seiner Zeit, den Personen und seinen Schauplätzen.
Der schicksalhafte Brief (als zeitgenössische Abschrift übrigens in den archivierten Prozessakten heute noch einzusehen) stellte das Beweismittel in einem Prozess vor dem Reichskammergericht »Agneta Willeken wider die Stadt Hamburg« dar, der erst mehr als 40 Jahre später entschieden wurde: zu Gunsten der Agneta Willeken.

 

Reihe: 
Die Hanse
Seiten: 
386
Einband: 
Hardcover
ISBN: 
978-3-434-52625-4
Preis (Print): 
22,- €