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Die Hanse

Die Krisis des europäischen Menschentums und die Philosophie

Husserl geht es auch in diesem 1935 gehaltenen Vortrag um das große Thema der Legitimation der Geisteswissenschaften gegenüber den Naturwissenschaften. Doch das zieht heute gewiss weniger Aufmerksamkeit auf sich als die emphatisch bemühte Vorstellung einer spezifisch europäischen Vernunft, deren Funktion universalistisch ist und die aus Europa kein geographisch definiertes Gebilde macht, sondern ein solches des Geistes. »Die Krise des europäischen Daseins hat nur zwei Auswege: Den Untergang Europas in der Entfremdung gegen seinen eigenen rationalen Lebenssinn, den Verfall in Geistfeindschaft und Barbarei, oder die Wiedergeburt Europas aus dem Geiste der Philosophie durch einen den Naturalismus endgültig überwindenden Heroismus der Vernunft.« mehr...

978-3-86393-050-9

Bourdieu, Pierre; Boltanski, Luc u.a.
Eine illegitime Kunst
Die sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie

eva taschenbuch 250

334 Seiten, Paperback
ISBN: 978-3-86393-050-9
EUR 24,00



Eine „illegitime Kunst“ nennen Bourdieu und seine Mitarbeiter die Fotografie. In der Tat gilt sie als „Zwitter“: als Alltagshandlung mit dem Anspruch einer Kunstanstrengung.
Was aber geschieht wirklich, wenn fotografiert wird? Welchen Zwecken gehorcht die Fotografie? Sind Fotografien „Bilder“ in dem strengen Sinne, mit dem dieses Wort in aller Regel ausgestattet wird? Und welche stillschweigenden oder ausdrücklichen Vorsätze steuern den technischen Apparat, wenn ein Foto „geschossen“ wird?

In diesem Buch wird die Fotografie unter dem Gesichtspunkt ihres Gebrauchswertes untersucht. Denn es ist, wie Bourdieu sagt, der Gebrauch, der ihre Bedeutung konstituiert, eine soziale Bedeutung: Aufbewahrung von für belangvoll gehaltenen Ereignissen, Verständigung über Lebenszusammenhänge, Artikulation und Markierung von Erfahrungssegmenten.
Dies erklärt sowohl die Verbreitung des Mediums als auch die Uniformität der Bildmotive. Und es erklärt den besonderen Status des Fotografierens innerhalb der kulturellen Alltagstätigkeiten – es signalisiert eine kodifizierte Verhaltensweise, die „den Anspruch erhebt, Kunst zu sein“.


Pierre Bourdieu (1930 – 2002) war einer der bekanntesten Soziologen des 20. Jahrhunderts. Seit 1981 hatte Bourdieu einen Lehrstuhl am Collège de France. Seine soziologischen Forschungen, zumeist im Alltagsleben verwurzelt, waren vorwiegend empirisch orientiert. Er war bekannt als politisch interessierter und aktiver Intellektueller, der sich gegen die herrschende Elite und den Neoliberalismus wandte.

Luc Boltanski (1940) war zunächst Schüler von Pierre Bourdieu und etablierte eine eigene Soziologie der Kritik. 1984 gründete er die Groupe de Sociologie Politique et Morale an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris.






 
Behnke, Klaus; Fuchs, Jürgen (Hg.)
Zersetzung der Seele
978-3-86393-045-5
24,00 Euro

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