Wir werden gelebt. Formprobleme der Moderne

Heinz D. Kittsteiner

Kittsteiner gibt einen in vier Teilen gegliederten Aufriss über historische Formationen der Geschichte zwischen dem 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart und über den Umgang der Menschen mit ihnen. In „Die Stufen der Moderne“ entwirft er eine in sich differenzierte Epochengliederung, die in einem Dreischritt über eine „Stabilisierungsmoderne“ zur „evolutiven Moderne“ und zu einer „heroischen Moderne“ führt. Die Frage nach einem „Geschichtszeichen“ betrifft die Orientierung in diesem Geschehen unter der Voraussetzung, dass der historische Prozess nicht unmittelbar machbar ist, sondern sich hinter dem Rücken der Agierenden vollzieht. Kant hat dieses Problem wegweisend aufgeworfen und eine Reihe von Umbesetzungen nach sich gezogen. Der Abschnitt „Kants Theorie des Geschichtszeichens. Vorläufer und Nachfahren“ stellt sie zusammen. Die nicht verfügbare Geschichte verursacht Ängste. „Die Angst in der Geschichte und die Re-Personalisierung des Feindes“ zeigt das Entstehen von Feindbildern in dieser Grundsituation. Ist die Angst einmal in Furcht verwandelt, hat sie ein Objekt bekommen, an dem – in falscher kausaler Zurechnung – dann „gehandelt“ werden kann. Im vierten Teil „Wir werden gelebt“ greift Kittsteiner die Redewendung von Groddek, Freud und Nietzsche auf und fragt in spekulativer Absicht nach einer Analogie zwischen dem Unbewussten im Ich und dem Unbewussten in der Geschichte. Eine umfassende Einleitung stellt die Querverbindungen zwischen den Abschnitten her.

Reihe: 
Philo
Seiten: 
168
Einband: 
Hardcover
ISBN: 
978-3-86572-537-0
Preis (Print): 
49,90