Verlag

Die Europäische Verlagsanstalt wurde 1946 in Hamburg  gegründet, mit dem Ziel »Völkerverständigung und Propagierung des europäischen Gedankens« zu fördern.

 

Titel aus den Anfängen der Europäischen Verlagsanstalt wie »Geschichte und Entwicklung der Weimarer Republik« von Arthur Rosenberg, »Der SS-Staat« von Eugen Kogon, »Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft« von Hannah Arendt, »Der Doppelstaat« von Ernst Fraenkel und »Behemoth« von Franz Neumann sind inzwischen Standardwerke geworden. Hinzu kamen bedeutende literarische Autoren, wie Ernst Kreuder, Wolfgang Weyrauch, V.O. Stomps, Hans Henny Jahnn und das Gesamtwerk von B. Traven.

 

In den 1960er Jahren, inzwischen nach Frankfurt am Main umgezogen, veröffentlichten Wolfgang Abendroth, Ossip K. Flechtheim, Iring Fetscher, Klaus Dörner, Erich Fromm ihre Werke in der Europäischen Verlagsanstalt. Ab 1973 wurde die Europäische Verlagsanstalt zusammen mit dem gewerkschaftseigenen Bund Verlag in Köln weitergeführt. 1977 erschien »Die Alternative. Zur Kritik des real existierenden Sozialismus« des DDR-Regimekritikers Rudolf Bahro.Insgesamt sahen die Gewerkschaften jedoch ihre Erwartungen in eine Kooperation mit der Europäischen Verlagsanstalt nicht erfüllt und verkauften 1979 den Verlag.

 

So wurden der Verleger Axel Rütters, der 1976 mit Karl Markus Michel die »Syndikat Autoren- und Verlagsgesellschaft« gegründet hatte und der Hamburger Rechtsanwalt Kurt Groenewold Gesellschafter des Verlags. Zusammen mit den Lektoren Günther Busch (edition suhrkamp) und Henning Ritter (später verantwortlich für die Seite Geisteswissenschaften in der FAZ) führten sie die Europäische Verlagsanstalt mit Autoren wie Peter Brückner, Otto Kirchheimer, Alexander Kluge, Peter Gorsen, Albert Soboul, Isaiah Berlin, Ernst H. Gombrich zu ihren Anfängen zurück.

 

1999 erhielt die EVA, inzwischen seit 10 Jahren wieder in Hamburg mit der Verlegerin Sabine Groenewold, den Preis der Hamburger Kulturbehörde. In der Begründung heißt es: »Das Programm der Europäischen Verlagsanstalt bewegt sich seit vielen Jahren auf einem gleichbleibend hohen Niveau und überrascht dabei immer wieder mit Vorstößen in bislang unbetretenes Terrain ... geleitet von einer klugen, aufgeklärten und zukunftsorientierten Intellektualität.«

 

Nach dem Ausscheiden von Sabine Groenewold Ende 2004 wurden wieder Axel Rütters und Irmela Rütters Verleger der Europäischen Verlagsanstalt. Sie setzten u.v.a. mit Büchern zu Umwelt und Gesellschaft neue Akzente. Vordenker und Initiatoren wie Michael Braungart („Die nächste industrielle Revolution“), Jakob von Uexküll („Das sind wir unseren Kindern schuldig“) oder Mathis Wackernagel („Der Ecological Footprint“) stellen Ihre Konzepte in der Europäischen Verlagsanstalt vor. Hierbei arbeitet der Verlag mit international agierenden Organisationen, die für innovative Ideen und gesellschaftlichen Wandel stehen, wie dem Club of Rome, der Desertec Foundation („Der Desertec-Atlas“) dem Global Footprint Network oder dem World Future Council eng zusammen.

 

In den eva-taschenbüchern werden Texte und Analysen bedeutender Philosophen und Soziologen wie Theodor W. Adorno, Zygmunt Bauman, Henri Bergson, Gilles Deleuze und Edmund Husserl, John Stuart Mill und vielen mehr wieder vorgelegt. Bücher zur Zeitgeschichte, zu Nationalismus und Diktatur, sowie zur Jüdisch-deutschen /Deutsch - jüdischen Geschichte stehen für die 70-jährige Verlagsgeschichte mit ihrer Gründungsidee der Völkerverständigung und des europäischen Gedankens.

 

Im Verlagsteil Die HANSE erscheinen zum einen Bücher und Bildbände zur Hamburger Geschichte und zur Seefahrt, und zum anderen historische Kriminalromane (Hansekrimis) mit „Tatorten“ in den Hansestädten der Frühen Neuzeit.

 

Seit 2011 ist Irmela Rütters als Verlegerin für das Programm verantwortlich.